16.05.2017

Die nationalen Präventionsprogramme aus Evaluatorensicht

Prof. Dr. Andreas Balthasar von Interface hat die Programme Alkohol, Tabak, Ernährung und Bewegung sowie das Massnahmenpaket Drogen evaluiert. Im Interview mit der Zeitschrift spectra hat unter anderem interessiert, was die Erfolge der Programme ausmacht. Weiter kam zur Sprache, wie wichtig realistische Ziele bei der Erarbeitung von Programmen sind, was ein gutes Wirkungsmodell für die Akteure bedeutet und wo die Herausforderungen der neuen Strategien Sucht und NCD liegen.

24.03.2017

Interprofessionelle Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Sozialbereich: Was kann man von Good-Practice-Beispielen in der Luzerner Gesundheitsversorgung lernen?

Interface führte zusammen mit der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eine Studie zur interprofessionellen Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Sozialbereich durch. Exemplarisch wurden drei Beobachtungsfelder für gelebte Beispiele von interprofessioneller Zusammenarbeit zwischen den beiden Bereichen ausgewählt: (1) Schnittstellenmanagement bei chronisch kranken Kindern mit Migrationshintergrund, (2) Sozialpsychiatrie und (3) Palliative Care. Basierend auf 22 leitfadengestützten Interviews mit Fachleuten unterschiedlicher Professionen im Kanton Luzern wurden Erfahrungen, Formen, Nutzen, Erfolgsfaktoren und Entwicklungspotenziale der interprofessionellen Zusammenarbeit zusammengetragen und daraus praxisorientierte Handlungsempfehlungen abgeleitet. Die Studie wurde zwischen März und Oktober durchgeführt und im November 2017 am Netzwerk-Apéro des Luzerner Forums mit Fachpersonen diskutiert.

31.01.2017

Regulierungsfolgenabschätzung bezüglich eines Projekts zu Artikel 17a des Heilmittelgesetzes (HMG)

Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hat Interface eine Regulierungsfolgenabschätzung (RFA) zu einem vorgeschlagenen Entwurf von Art. 17a im Heilmittelgesetz durchgeführt. Der Artikelentwurf würde die gesetzliche Grundlage dafür schaffen, dass Medikamente für den Schweizer Markt mit individuellen Erkennungsmerkmalen versehen werden können. Zudem wäre eine  nationale Datenbank zur Überprüfung der Echtheit von Arzneimitteln und zur Identifizierung der einzelnen Verpackungen einzurichten. Interface hat verschiedene Varianten einer Regulierung betrachtet und dabei die  Notwendigkeit staatlichen Handelns, die Kosten der Regulierung für unterschiedliche Akteure sowie den Nutzen überprüft. Die RFA stützt sich insbesondere auf Daten sowie auf persönliche Gespräche mit Vertretern/-innen der pharmazeutischen Industrie, Swissmedic, Ärztinnen und Ärzten und Apotheken.

 

13.01.2017

Aus- und Weiterbildung der medizinischen Gutachterinnen und Gutachter

Die medizinischen Gutachter/-innen, die von den kantonalen Versicherungsträgern der Invalidenversicherung (IV) beigezogen werden, sind zentrale Akteure im medizinischen Abklärungsverfahren der IV. Für die IV-Stellen ist es eine Herausforderung, in nützlicher Frist geeignete Gutachterinnen und Gutachter zu finden. Interface hat ein Forschungsprojekt zur Beschreibung der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung der Gutachter/-innen durchgeführt. Ziel der Studie ist es, eine Auslegeordnung zu den Qualitätsanforderungen und den Qualifikationen der medizinischen Gutachterinnen und Gutachter in der Schweiz erstellen. Ergänzend sollen auch Systeme aus anderen Ländern beleuchtet werden. Empirische Grundlagen waren, neben einer Dokumentenanalyse, standardisierte Telefoninterviews mit allen IV-Stellen, eine Online-Befragung von medizinischen Gutachterinnen und Gutachtern sowie Experteninterviews mit Bildungsverantwortlichen aus der Versicherungsmedizin und der allgemeinen ärztlichen Aus- und Weiterbildung. Zudem wurden Fallstudien zu den Systemen in den Niederlanden, in Deutschland und in Frankreich erstellt.

15.09.2016

Leitung des Wissenstransfers im NFP 74 „Gesundheitsversorgung“

Der Bundesrat hat den Schweizerischen Nationalfonds am 24. Juni 2015  mit der Durchführung des Nationalen Forschungsprogramm (NFP) 74 „Gesundheitsversorgung“ beauftragt. Das NFP 74 „Gesundheitsversorgung“ hat zum Ziel, Erkenntnisse über die Struktur sowie die Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung in der Schweiz zu gewinnen. Der Fokus liegt dabei auf der Behandlung und Prävention von chronischen Erkrankungen. Dadurch sollen gesundheitliche Ergebnisse verbessert, die aktuell unzulängliche Datenlage im Bereich Gesundheit ausgebaut und eine starke Forschungsgemeinschaft aufgebaut werden. Das Forschungsprogramm dauert fünf Jahre.

Der Schweizerische Nationalfonds hat nun Manuela Oetterli, Bereichsleiterin Gesundheit bei Interface und Mitglied der Geschäftsleitung, als Leiterin des Wissenstransfers im Rahmen des NFP 74 gewählt. Sie ist damit für die Konzipierung und Realisierung der Aktivitäten hinsichtlich des Wissens- und Technologietransfers sowie der spezifischen Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

09.08.2016

Literaturstudie und Bestandsaufnahme zu Sekundär- und Tertiärprävention bei Suizidalität: Früherkennung und Angebote im nicht medizinischen und medizinischen Setting

Mit der Motion Ingold (11.3973) „Suizidprävention. Handlungsspielraum wirkungsvoller nutzen“ wird der Bund beauftragt, einen Aktionsplan zur Suizidprävention auszuarbeiten. Der Aktionsplan soll dabei Massnahmen zu fünf Massnahmenpaketen bündeln: (1) Sekundär- und Tertiärprävention bei Suizidalität: Früherkennung und Angebote im nicht medizinischen und medizinischen Setting, (2) Suizidprävention durch Gesundheitsförderung und Prävention psychischer Krankheiten, (3) Suizidprävention durch Einschränkungen des Zugangs zu den Mitteln, (4) Prävention/Intervention Vereinsamung, (5) Monitoring und Forschung. Interface wurde vom BAG mit der Erarbeitung der Grundlagen für die Formulierung von Massnahmen zum ersten Arbeitspaket beauftragt. Dazu wurden eine Literaturstudie sowie eine Bestandsaufnahme durchgeführt, um Good-Practice-Beispiele zu identifizieren. Die Bestandsaufnahme in der Schweiz wurde durch internationale Beispiele ergänzt. Dazu wurden vier Länderporträts zu Suizidpräventionsstrategien erstellt.

26.02.2016

Workshop: von der SWOT-Analyse zur Strategie

Das Bundesamt für Gesundheit führte zusammen mit den Kantonen einen Workshop durch mit dem Ziel, die Verantwortlichen der Kantone darin zu unterstützen, Strategien für eine erfolgreiche Alkoholpolitik zu erarbeiten. Andreas Balthasar präsentierte dabei einen Vorgehensvorschlag und stand für Fragen der Kantone bezüglich der Strategieentwicklung zur Verfügung. Die Grundlage für die Ausführungen bildeten das Instrument „Erfolgsfaktoren kantonaler Alkoholpolitik“ und der Strategieleitfaden des BAG „Erarbeitung einer Umsetzungsstrategie in sechs Schritten“.

27.01.2016

Evaluation Pilotprojekt „Girasole“

Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung können nichtübertragbaren Krankheiten wirksam vorbeugen. Die Gesundheitsbefragung 2012 hat gezeigt, dass die Bevölkerung des Kantons Tessin körperlich inaktiver ist als die Bevölkerung der restlichen Schweiz. Aus diesem Grund hat der Kanton Tessin entschieden, ein Pilotprojekt zu entwickeln und durchzuführen, das Personen mit einem Risikoprofil zu mehr Bewegung motivieren soll. Das Pilotprojekt „Girasole“ hat deshalb zum Ziel, ein „Coaching“  in die Konsultationen von Patientinnen und Patienten bei der Hausärztin/beim Hausarzt zu integrie­ren. Patientinnen und Patienten mit Risikoprofil sollen durch die Ärztinnen und Ärzte dazu motiviert werden, an einem persönlichen Projekt zur Bewegungsförderung teilzunehmen. Die Patientin/der Patient als Hauptperson definiert zusammen mit der Hausärztin/dem Hausarzt, die auf sie/ihn abgestimmten Interventionen und deren Ziele. Das Pilot­projekt „Girasole“ ist Teil des Nationalen Programms Ernährung und Bewegung (NPEB) 2013 bis 2016 und wird finanziell vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) unterstützt. Interface und die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) wurden vom BAG mit der Durchführung der begleitenden Evaluation betraut. Evaluiert werden dabei die Umsetzung des Projekts, die Wirksamkeit sowie das Verhältnis von Kosten und Nutzen. Die Ergebnisse dienen dem BAG als Entscheidungsgrundlage zur Förderung einer nationalen Verbreitung dieses Interventionsansatzes und dem Kanton Tessin zur Optimierung seines Pi­lotprojekts.

18.12.2015

Evaluation des Projekts „Tabakprävention mit offenen Turnhallen – MidnightSports“

Im Auftrag der Stiftung IdéeSport hat die Arbeitsgemeinschaft Interface/Swiss Tropical and Public Health Institute der Universität Basel das vom Tabakpräventionsfonds (TPF) unterstützte Projekt „Tabakprävention mit offenen Turnhallen – MidnightSports“ evaluiert. An allen Standorten wurde ein Monitoring durchgeführt, bei dem quantitative und qualitative Daten zu den Aktivitäten zusammengetragen wurden. Durch standardisierte Befragungen von Teilnehmenden wurden die Wirkungen des Angebots im Hinblick auf eine erfolgreiche Tabakprävention erhoben. Mittels leitfadenorientierter Gespräche mit Schlüsselpersonen wurden ausserdem sechs Fallstudien erstellt mit dem Ziel, die Wirkungen des Projekts im kommunalen Umfeld sowie entsprechende Erfolgsfaktoren aufzuzeigen. Zudem wurden Beobachtungen an vier Standorten, Online-Befragungen und Gespräche mit Juniorcoachs und lokalen Projektleitungen zur Leitungsqualität durchgeführt. Dabei wurde analysiert, welche Faktoren dazu beitragen, dass die Juniorcoachs und die lokalen Projektleitungen erfolgreich als Botschafter/-innen der Tabakprävention wirken können.