01.07.2016

Evaluation und Dokumentation des Projekts „Altersgerechtes Quartier“

Die Stadt Luzern will die gesellschaftliche Partizipation der älteren Bevölkerung stärken und deren Potenzial nutzen. Mit dem Entwicklungskonzept „Altern in Luzern“ wurde dieses Anliegen 2012 in Angriff genommen. Ein wesentlicher Pfeiler dieses Konzepts ist das Projekt „Altersgerechtes Quartier“, welches aus mehreren Teilprojekten besteht. Mit verschiedenen partizipativen Methoden haben Frauen und Männer der Generation 60plus drei Pilotquartiere in der Stadt Luzern erkundet und davon ausgehend Teilprojekte abgeleitet, welche einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und des sozialen Zusammenhalts leisten sollen. Interface hat die Umsetzung und die Wirkungen der verschiedenen Teilprojekte evaluiert und dokumentiert, sodass die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse auch für andere Quartiere der Stadt Luzern beziehungsweise weitere Gemeinden nutzbar gemacht werden können.

17.02.2016

Evidenzbasierte und gendersensitive kantonale Steuer- und Sozialtransferpolitik

Stützen sich Gesetzgebungsprozesse der Steuer- und Sozialtransferpolitik auf verfügbare Fakten und Erfahrungen hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie? Sind die Gesetzgebungsprozesse der kantonalen Steuer- und Sozialtransferpolitik evidenzbasiert und gendersensitiv? Der vorliegende Beitrag geht dieser Frage auf der Basis von 60 kantonalen Gesetzgebungsprozessen aus den Jahren 2008 bis 2011 nach. Untersucht wird, ob evidenzbasierte, gendersensitive Informationen berücksichtigt wurden, welcher Art sie sind und welche Faktoren den Einbezug gegebenenfalls erklären können.

Artikel:

Balthasar, Andreas; Müller, Franziska (2016): Gender equality an evidence-based policy making: Experiences from socialtransfer and tax policy reforms. In: Liebig, Brigitte; Gottschall, Karin; Sauer, Brigit (eds.): Gender Equality in Context: Policies and Practices in Switzerland, Barbara Budrich: Leverkusen Opladen, S. 87–108.

ISBN: 978-3-8474-0727-0
eISBN: 978-3-8474-0937-3

27.03.2015

Beitrag der Freiwilligenarbeit in Projekten im Bereich der Integrationsförderung und des interkulturellen Zusammenlebens

In zahlreichen Projekten der Integrationsförderung und des interkulturellen Zusammenlebens werden Freiwillige eingesetzt. Interface erstellte eine Studie zum Stellenwert und zur Qualitätssicherung der Freiwilligenarbeit im Integrationsbereich. Anhand einer Umfrage und mittels Fallbeispielen wurde als erstes ein Überblick über die Organisationen und die vielseitigen Projekte, in welchen sich Freiwillige im Integrationsbereich engagieren, geschaffen. Die Freiwilligenarbeit nimmt sowohl quantitativ wie qualitativ einen wichtigen Stellenwert ein in der Intergrationsarbeit und wird – gemäss der Einschätzung der Befragten – in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Als zweites wurden Best Practices in der Qualitätssicherung aufgezeigt und Potenziale und Grenzen der Freiwilligenarbeit diskutiert. Im Umgang mit Freiwilligen ist eine offene Organisationskultur wichtig. Verschiedene Instrumente werden eingesetzt, um die Einführung und Begleitung von Freiwilligen zu strukturieren, wobei der Formalisierungsgrad von der Art der Freiwilligeneinsätze abhängt. Für die Qualitätssicherung ebenfalls entscheidend ist die Abgrenzung zu bezahlten Angeboten. Abschliessend wurden Empfehlungen zur Qualitätssicherung von Freiwilligenprojekten im Integrationsbereich zuhanden der Kantone, Förderinstitutionen und Trägerschaften formuliert.

18.11.2014

Evaluation Auswirkungen Freizügigkeitsabkommen

Seit zehn Jahren ist das Abkommen über die Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und der EU sowie den EFTA-Staaten (Freizügigkeitsabkommen [FZA]) in Kraft. Die Zuwanderung aus dem EU-/EFTA-Raum hat seither stark zugenommen. Die beiden Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) haben die Parlamentarische Verwaltungskontrolle (PVK) mit einer Evaluation zum Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländern unter dem FZA beauftragt. Die qualitativen Untersuchungsteile führte die PVK selbst durch. Für die Umsetzung der quantitativen Analyse wurde die Berner Fachhochschule in Kooperation mit Interface beauftragt. Analysiert wurden primär die Aufenthaltswerdegänge der Zugewanderten, also zu welchen Zwecken sie einreisen, wie oft und zu welchem Zweck sie ihren Aufenthalt verlängern und ob Aufenthaltsbewilligungen allenfalls auch widerrufen werden. Überdies wurde im Rahmen von zwei Vertiefungsmodulen der Bezug von Arbeitslosentaggeldern beziehungsweise von Sozialhilfeleistungen untersucht, denn beides kann gemäss dem FZA eine Auswirkung auf das Aufenthaltsrecht der Personen haben.

18.11.2014

Siedlungsprojekt Basel

Im Frühjahr 2011 wurde in Basel das „Siedlungsprojekt Klybeck Mitte“ gestartet. Es handelt sich dabei um ein befristetes Interventionsprojekt in Form von Gemeinwesensarbeit in einem sozialen Brennpunkt. Ort des Geschehens ist eine für Basler Verhältnisse grosse Siedlung im Klybeck Quartier – Geviert Gärtner-, Insel-, Kleinhüninger- und Holderstrasse. Hier wohnen über 900 Menschen auf engstem Raum. Überdurchschnittlich viele davon sind Kinder und Jugendliche – die Bewohner/‑innen kommen aus den verschiedensten Nationen. Das Zusammenleben gestaltet sich oft nicht einfach. Meldungen aus dem in der Siedlung ansässigen Kindergarten betreffend Kindesschutz; wiederholte, massive Konflikte sowie Vandalismus haben das Erziehungsdepartement bewogen, Massnahmen zur Verbesserung des Siedlungslebens zu entwickeln. Das Siedlungsprojekt wurde vom Projekt- und Stadtentwicklungsbüro Courvoisier umgesetzt und dauerte bis Ende 2013. Interface führte die Evaluation dieses Projekts durch.

08.04.2014

Wie evidenzbasiert und gendersensibel ist die Politikgestaltung in Schweizer Kantonen?

Das Projekt untersuchte an den Beispielen Steuerpolitik und Ausgestaltung der Sozialtransfers, ob diese auf genderrelevanten Fakten basieren und welche Faktoren die evidenzbasierte Politikgestaltung gefördert oder gehemmt haben. Dazu wurde ein Inventar relevanter familienpolitischer Entscheidungen auf kantonaler Ebene erstellt und untersucht, ob sich Unterschiede zwischen den Kantonen durch den sprachkulturellen Kontext, durch gesetzliche Vorgaben, politische Kräfteverhältnisse oder andere Faktoren erklären lassen. Zusätzlich wurden ausgewählte Entscheidungsprozesse in vier Kantonen als Fallstudien vertieft untersucht.

21.02.2014

Staatliche Kontroll- und Durchsetzungsinstrumente zur Verwirklichung der Lohngleichheit

Die Forschungsstudie zeigt auf, welche staatlichen Kontroll- und Durchsetzungsinstrumente für die Verwirklichung der Lohngleichheit in der Schweiz angewendet werden könnten. Dazu wurden im Teilprojekt 1 Informationen zu schweizerischen Durchsetzungsinstrumenten ausserhalb der Lohngleichheit gesammelt. Die vier Fallstudien befassten sich mit der Spielbankenkommission, der Preisüberwachung, dem Vollzug der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit sowie mit der Geldwäscherei. Im Teilprojekt 2 wurden die bereits bestehenden staatlichen Durchsetzungsinstrumente zur Lohngleichheit in Schweden, Österreich und Ontario untersucht. In der Synthese wurden die gewonnen Erkenntnisse diskutiert und es wurde dargelegt, wie staatliche Instrumente ausgestaltet sein müssen, damit sie der Durchsetzung der Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern in der Schweiz dienen können.

21.02.2014

Evaluation der Kontakt- und Beratungsstelle Sans-Papiers Luzern

Die Kontakt- und Beratungsstelle für Sans-Papiers in Luzern wurde anfangs 2012 als Pilotprojekt mit einer Dauer von drei Jahren eröffnet. Im Rahmen einer Evaluation wurden einerseits Daten aus der Beratungstätigkeit der Kontakt- und Beratungsstelle erfasst, um Aussagen darüber machen zu können, was die Kontakt- und Beratungsstelle leistet und welche Ressourcen sie dafür benötigt. Andererseits wurden anhand von Gesprächen mit relevanten Stakeholdern Informationen erhoben zu den Schnittstellen, zu allfälligen Doppelspurigkeiten sowie zur Akzeptanz/Einschätzung der Beratungsstelle durch andere Institutionen.

21.02.2014

Evaluation Praxis humanitäre Visa

Seit September 2012 ist es nicht mehr möglich, Asylgesuche auf Schweizer Vertretungen im Ausland zu stellen. Die Vertretungen haben jedoch neu die Möglichkeit, bei Zustimmung durch das Bundesamt für Migration (BFM) ein Einreisevisum aus humanitären Gründen zu erteilen. Interface wurde gemeinsam mit der Universität Luzern beauftragt, die Praxis bei der Erteilung der humanitären Visa zu evaluieren. Dabei wurden Interviews mit Verantwortlichen beim BFM und beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie eine Befragung bei neun ausgewählten Auslandvertretungen durchgeführt. Die Evaluation ermöglicht es, Daten zur Nachfrage und Erteilung der humanitären Visa für den Zeitraum eines Jahres aufzuzeigen. Ausserdem liefert sie Erkenntnisse darüber, wie die Auslandvertretungen mit Anfragen und Gesuchen für humanitäre Visa umgehen und wo Unterschiede sowie mögliches Optimierungspotenzial liegen.

21.02.2014

Evaluation Testbetrieb – Qualitative Analyse, Modul 3

Die Staatspolitische Kommission des Ständerats stellte fest, dass trotz mehreren Revisionen des Asylgesetzes, die grundlegenden Probleme im Asylwesen nicht gelöst werden konnten. Der „Bericht über Beschleunigungsmassnahmen im Asylbereich“ hat denn auch gezeigt, dass die Asylverfahren zu lange dauern und dringender Handlungsbedarf besteht. Die umfassende Neustrukturierung des Asylbereichs, welche vorsieht, dass die Mehrheit der Asylverfahren in Verfahrenszentren innerhalb einer kurzen, verbindlichen Frist abgeschlossen wird, soll in einer zweijährigen Phase getestet werden. Der Testbetrieb wurde ab 2014 in der Stadt Zürich durchgeführt. Es sollten Erfahrungen gesammelt werden in Bezug auf die Organisation und den Vollzug der Neustrukturierung des Asylbereichs. Interface hat die zweijährige Testphase evaluiert.