Seit Juli 2008 begleitet Interface die Gemeinde Freienbach in familienpolitischen
Fragestellungen. Dies beinhaltete die Erarbeitung von Grundlagen für familienpolitische
Entscheidungen wie zum Beispiel die Durchführung einer
Familienfreundlichkeitsprüfung oder die Entwicklung eines Familienleitbildes. Seit 2009 hat die Gemeinde die Neuregelung der Finanzierung der
familienergänzenden Kinderbetreuung an die Hand genommen, da bisher nur drei der insgesamt sieben Kinderbetreuungseinrichtungen
in der Gemeinde Subventionen der öffentlichen Hand erhalten. Der Gemeinderat hat sich für das Modell der Betreuungsgutscheine entschieden. Ob und wie die Betreuungsgutscheine in der Gemeinde Freienbach eingeführt werden, liegt nun in der Hand der Bevölkerung. Am 15. April findet die Gemeindeversammlung statt und am 15. Mai (Tag der Familie) wird über die Sachvorlage abgestimmt.
Im Zuge der 2008 durchgeführten Subventionsüberprüfung stellte der Bundesrat
fest, dass die internationale Einbindung der Schweizer Forschenden heute vor
allem über die Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Union realisiert wird,
für welche die Schweiz erhebliche Pflichtbeiträge entrichtet. Die Forschenden erhalten
zudem schon heute Fördergelder über andere Kanäle, um an COST-Aktionen teilzunehmen.
Im Sinne einer Vereinfachung der Förderkanäle verlangte der Bundesrat daher die
Prüfung der Frage, ob nach 2011 auf eine eigenständige COST-Förderstelle im SBF
mit eigenem Prüfgremium und eigenen Mitteln verzichtet werden kann. Interface
wurde zusammen mit Technopolis Wien beauftragt, COST einer Wirkungsanalyse zu
unterziehen.
EVALUATION UND
WISSENSCHAFTLICHE BERATUNG DES PROGRAMMS
KITAS BEWEGEN
Das
von der Bertelsmann Stiftung und ihren Partnern getragene Programm Kitas
bewegen setzt auf der Ebene der Elementarbildung an. Ziel ist es, über die
Implementierung des salutogenetisch geprägten Leitbilds der „guten gesunden
Kita“ die Bildungs-, Erziehungs- und Gesundheitsqualität in
Kindertageseinrichtungen zu verbessern. Kitas bewegen verläuft in zwei Phasen:
Im Rahmen der Modellphase wurden bis
Mitte 2009 Kindertageseinrichtungen in Berlin-Mitte und Münster (D) befähigt,
einrichtungsspezifische Zielvorstellungen zur guten gesunden Kita zu entwickeln
sowie entsprechende Massnahmen zu definieren und umzusetzen. Mit der anschliessenden Transferphase soll dass Programm auf
weitere Kitas ausgedehnt und eine Verstetigung der Wirkungen erreicht werden. Zudem
werden das Programm und dessen Ergebnisse an eine breite Fachöffentlichkeit
kommuniziert. Interface unterstützt die Programmträger seit 2008 durch
Evaluationen und wissenschaftliche Beratung. Zudem wurden die im
Programmverlauf durchgeführten Evaluationen anderer Institute synthetisiert.
EVALUATION DER WIRKSAMKEIT DER NEUEN BUNDESRECHTSPFLEGE
Im Jahr 2007 ist die Totalrevision der Bundesrechtspflege
in Kraft getreten. In einem interdisziplinären Team mit dem Kompetenzzentrum
für Public Management der Universität Bern und der Universität Zürich evaluiert
Interface die Wirksamkeit der Reform der Bundesrechtspflege. Die Evaluation ist
über einen Zeitraum von vier Jahren angelegt und beinhaltet unter anderem breit
angelegte Befragungen aller Mitarbeitenden der eidgenössischen Gerichte sowie
von Anwältinnen und Anwälten. In einem Zwischenbericht wurden die Ergebnisse
der ersten Phase zusammengefasst und aufgezeigt, dass sich die neue Gerichtsorganisation
mit Bundesgericht, Bundesverwaltungsgericht und Bundesstrafgericht sowie die
neu geschaffenen Rechtsmittel und Verfahren grundsätzlich bewähren. Die zweite Phase der Evaluation ist Anfang 2011 gestartet.
FÖRDERUNG DER E-MOBILIÄT IM ZWEITEN DEUTSCHEN KONJUNKTURPAKET
Im März 2009 trat das im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets der deutschen
Bundesregierung erlassene Gesetz zur Errichtung eines Sondervermögens
„Investitions- und Tilgungsfonds“ (kurz ITF) in Kraft. Das Gesetz ermöglichte in den Jahren 2009 bis 2011 anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Elektromobilität im Umfang von 500
Millionen Euro. Interface ist verantwortlich für die Koordinierung
der sechs wissenschaftlich-technischen Teilevaluationen und für das Verfassen
eines Gesamtberichts.
WIE EVIDENZBASIERT UND GENDERSENSIBEL IST DIE POLITIKGESTALTUNG IN
SCHWEIZER KANTONEN?
Mit dem vorgestellten Projekt wird im Nationalen Forschungsprogramm 60 ”Gleichstellung der Geschlechter“ untersucht, ob den kantonalen Politikerinnen und Politikern für Entscheidungen in der Steuer- und Transferpolitik evidenzbasierte und gendersensible Informationen zur Verfügung standen und welchen Einfluss diese auf die Politikgestaltung hatten.
DIE SPORTSTÄTTEN IN DER SCHWEIZ: STATISTISCHE GRUNDLAGEN UND BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE
VERTIEFUNG
In der Schweiz fehlen heute die statistischen
Grundlagen und die Transparenz bezüglich des schweizweiten Angebots an Sportstätten
sowie hinsichtlich der qualitativen und kostenmässigen Aspekte. Vor diesem
Hintergrund finanzieren das Bundesamt für Sport (BASPO) und verschiedene
Kantone das Forschungsprojekt Sportstätten in der Schweiz. Interface führt
dieses Projekt gemeinsam mit Rütter+Partner und dem Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule
Luzern 2011/2012 durch.
DEMOCHANGE — DER DEMOGRAFISCHE WANDEL IM ALPENRAUM: STRATEGIEN ZUR
ANPASSUNG VON RAUMPLANUNG UND REGIONALENTWICKLUNG
Das EU-Projekt DEMOCHANGE beschäftigt sich mit dem demografischen
Wandel sowie dessen Auswirkungen auf verschiedene Bereiche wie
Raumplanung, Regionalentwicklung, soziale Infrastrukturen oder
Landwirtschaft.
Im Oktober 2009 startete das dreijährige Projekt DEMOCHANGE im Rahmen
von Interreg-IV-B Alpine Space. Projektträger in der Schweiz sind
Interface und die Hochschule Luzern –
Soziale Arbeit. In einer ersten Phase wurde der demografische Wandel in
der Zentralschweiz analysiert. Aktuell werden in zwei Modellregionen
(Kanton Nidwalden, Luzerner Seetal) mit Stakeholdern
Adaptionsstrategien entwickelt und später konkrete Modellmassnahmen
lanciert.
PILOTPROJEKT KINDERBETREUUNGSGUTSCHEINE STADT LUZERN 2009-2012
Der Stadtrat von Luzern hat entschieden, in der Stadt Luzern zwischen
2009 und 2012 ein Pilotprojekt mit Kinderbetreuungsgutscheinen
durchzuführen. Heute werden Kinderbetreuungseinrichtungen in der Regel durch die öffentliche Hand auf der Basis
von Leistungsverträgen direkt finanziert. Diese Art der
Subventionierung gibt den beteiligten Einrichtungen zwar eine gewisse
finanzielle Sicherheit, sie hat aber verschiedene Nachteile.
Beispielsweise können die Eltern die Ausgestaltung der Angebote auf
diese Weise höchstens indirekt beeinflussen. Aus diesem Grund werden in
den letzten Jahren Gutscheinsysteme zur Unterstützung der
familienexternen Kinderbetreuung diskutiert. Dabei erhalten die Eltern
von der öffentlichen Hand einen Gutschein, der bei einer
Betreuungseinrichtung eingelöst werden kann. Auf diese Weise können sie
die Betreuungseinrichtung im Prinzip frei wählen. Die Sozialdirektion
der Stadt Luzern beauftragte daher gemeinsam mit dem Bundesamt für
Sozialversicherungen Interface mit der Durchführung konzeptioneller Arbeiten zur Konkretisierung eines Pilotversuchs mit
Kinderbetreuungsgutscheinen in der Stadt Luzern.
Im Rahmen des Projekts „Emmental
bewegt“ wird eine Vielzahl von neuen und bewährten Mobilitätsangeboten
umgesetzt und ein Prozess in Richtung Nachhaltigkeit im Verkehr eingeleitet. Das Projekt wird von Beginn weg von einem
Evaluationsteam begleitet, damit die Ergebnisse schon während des Projektverlaufs
genutzt werden können (formativer Charakter der Evaluation). Die Evaluation
umfasst aber auch Elemente einer Wirkungsanalyse. Methodische Kernelemente sind
eine Bevölkerungsbefragung (Panel) und eine Kosten-Nutzen-Analyse. Interface
führt das Projekt gemeinsam mit der Sozialforschungsstelle
der Universität Zürich durch.
Die Wahl des besten Verkehrsmittels ist oft nicht
einfach, denn die Mobilitätsangebote werden immer vielfältiger. Wer seine
Verkehrsmittelwahl optimiert, kann viel Geld, Zeit und Nerven sparen. Seit
Mitte 2006 unterstützt der Mobilitätsdurchblick
Schweiz Interessierte bei der
kritischen Begutachtung ihrer Mobilitätsgewohnheiten, seit Mai 2007 auch
online (www.mobilitaetsdurchblick.ch). Angesprochen ist eine Vielzahl von Zielgruppen: Neuzuzüger beziehen die
Verkehrsgunst in die Standortwahl ein, junge Paare stellen sich bei der
Familiengründung auf neue Mobilitätsformen ein, Senioren planen die mobile Zeit
nach der Pensionierung usw.
Die Beratung mit dem Online-Check von
Mobilitätsdurchblick Schweiz erfolgt in drei Schritten.
Erstens
genügen wenige
Eingaben
im Online-Check für eine sofortige erste Auswertung.
Zweitens können Interessierte nach Beantwortung einiger
Zusatzfragen im Online-Check eine professionelle
Mobilitätsberatung anfordern. Drittens erhalten
Interessierte auf Wunsch brieflich eine ausführlichere Analyse und zwei massgeschneiderte
Vorschläge für die eigene Mobilität.
Im Auftrag von Swiss Olympic unterstützen wir die Programmleitung von «cool and clean» und «Sport rauchfrei» beim Aufbau und
bei der Realisierung der Selbstevaluation und der Fremdevaluation. Konkret
entwickelten wir in enger Zusammenarbeit mit der Programmleitung und einem
Evaluationsspezialisten des Bundesamts für Sport (BASPO) bis Ende Januar 2005
ein Konzept für die Selbstevaluation und stellten bis März/April 2005 geeignete
Instrumente und Hilfen bereit. Seither unterstützen wir die Erstellung der Selbstevaluationsberichte
für «cool and clean». Diese werden jährlich dem
Tabakpräventionsfonds übergeben.
In der gängigen Praxis werden Kinderbetreuungseinrichtungen durch die öffentliche Hand auf der Basis von Leistungsverträgen direkt finanziert. Diese als Objektsubventionierung bezeichnete Finanzierungsart
wird von der OECD, von Exponenten der Privatwirtschaft und von einer wachsenden
Öffentlichkeit für zahlreiche Mängel des heutigen Systems verantwortlich
gemacht. Konkret gefordert wird eine Umlagerung der Subventionen von den
Anbietern zu den nachfragenden Eltern mittels Vergabe von
Betreuungsgutscheinen.
BEGLEITSTUDIE BETRIEB WOHNZENTRUM PRIMAVERA GEMEINDE BUTTISHOLZ
Die Luzerner Landgemeinde Buttisholz setzt seit mehr als zehn Jahren
eine innovative, bedürfnisgerechte Alterspolitik um. Im Rahmen dieser Politik
wurde ein neues Wohnzentrum in Betrieb genommen. Dieses bietet einerseits
altersgerechtes Wohnen mit Dienstleistungen für ältere Menschen an.
Andererseits werden in vier familiären Pflegewohngruppen 16 stärker
pflegebedürftige Betagte rund um die Uhr betreut. Die Gemeinde Buttisholz hat Interface in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern — Soziale Arbeit beauftragt, die Inbetriebnahme des
Wohnzentrums in den ersten eineinhalb Betriebsjahren wissenschaftlich zu
begleiten.
VERKEHRSINTENSIVE EINRICHTUNGEN: EFFEKTIVITÄT UND EFFIZIENZ VON
VERKEHRSBESCHRÄNKENDEN MASSNAHMEN
Das Ziel der aktuell laufenden Untersuchung ist es, die Effektivität und
Effizienz verkehrsbeschränkender Massnahmen bei verkehrsintensiven
Einrichtungen (VE) zu untersuchen. Dazu werden die Fachstellen der Kantone
befragt, eine Metaevaluation bestehender Studien vorgenommen und eine
Wirkungsanalyse einer Reihe von Massnahmen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen
es den Bundesämtern erlauben, zu prüfen, ob rechtliche Grundlagen im Hinblick
auf die Verbesserung und Effizienz von verkehrsbeschränkenden Massnahmen bei VE
angepasst werden müssen, ob der Bund weitergehende Anstrengungen zur
Koordination des Umgangs mit VE unternehmen sollte, und ob die Vollzugshilfe
BAFU/ARE angepasst werden muss.